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Zweiter Wind

Aus meiner Gedächtniskammer

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Hälften

Ein Mathematiklehrer sagt zu seiner Klasse: "Kinder, wie oft soll ich es euch noch sagen: Es gibt weder eine gr??ere noch eine kleinere H?lfte, aber die gr??ere H?lfte von euch kapiert das einfach nicht!"

Dieser alte Witz enth?lt nicht nur ein K?rnchen Wahrheit ?ber das Wesen der H?lfte, sondern gleich einen ganzen Sack voll, denn im Alltag akzeptieren wir durchaus unterschiedlich gro?e H?lften, zumindest dann, wenn f?r uns dabei ein Vorteil herausspringt, wie etwa die gr??ere H?lfte der Semmel, eines
Apfels oder des Zimmers und die kleinere H?lfte nangenehmer Arbeiten oder einer Speise, die nicht so gut schmeckt. Wichtig scheint bei der Bezeichnung "H?lfte" zun?chst nur eins: Es mu? zwei Teile von etwas geben, das eigentlich eins ist. Und da gehen die Probleme bereits los.

Der Lehrer k?nnte die Sch?lerzahl meinen, was am wahrscheinlichsten ist, aber auch die Summe der K?rpermassen seiner Sch?ler oder die Summe der Rauminhalte von deren K?pfen. N?hme er beispielsweise die K?rpermassen, so k?nnten dann durchaus von 30 Sch?lern 18 den restlichen 12 gegen?berstehen. "Na gut", k?nnte man sagen, "hier vergleichst du Apfel mit Birnen, meinst Personenzahlen und vergleichst Gewichte." Mal abgesehen
davon, da? ich die Personenzahl mit einer Summe von Massen vergleiche und nicht mit einer Summe von Gewichten (Das ist ein Unterschied!), so ist das v?llig richtig; ich vergleiche Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Aber so machen wir es doch alle mehr oder weniger im Alltag.

Die Frage nach der H?lfte ist der nach der Demokratie recht ?hnlich. Dort fragt man: "Demokratie f?r wen?" hier: "H?lfte wovon?"

Das spielte bereits in Ehm Welks Buch "Die Heiden von Kumerow" eine Rolle. Da diskutiert der Sch?ler Martin Grambauer mit dem Lehrer die Frage, wie wohl der Heilige Martin seinen Mantel mit einem Armen geteilt haben mag.
Gab er ihm vielleicht die untere H?lfte, eine Art zukn?pfbaren G?rtel, der nicht mal am K?rper halten w?rde, gab er ihm vielleicht die obere H?lfte, die mit den Schultern und ?rmeln, gab er ihm die linke oder die rechte H?lfte? Und wieder begegnen uns dabei unterschiedliche H?lften, die es
eigentlich gar nicht gibt! Warum? Weil man nur in gleiche H?lften teilen kann, was entweder in jeder Dimension symmetrisch ist oder in beliebig kleine gleichwertige Teile zerlegt werden kann. Eine Kugel oder einen Quader kann ich in jedem Fall problemlos in zwei gleiche Teile zerlegen, das gilt ebenso f?r einen Haufen Sand, obwohl der kaum symmetrisch in alle Dimensionen ist. Daf?r sind Sandk?rner fein genug, um den Haufen - nach Volumen oder Gewicht gleicherma?en - in zwei H?lften zu teilen. Au?erdem kann man getrost davon ausgehen, da? sich die Sandk?rner nicht allzusehr voneinander unterscheiden. Und dann gibt es Dinge, die sich durchaus in zwei H?lften teilen lassen, wenn man bestimmte Merkmale au?er acht l??t. So kann ein Kegel l?ngs in zwei v?llig gleiche H?lften geteilt werden, weil er symmetrisch ist; zerschneidet man ihn jedoch in der H?he in zwei Teile mit gleicher Masse oder Volumen, so ergibt sich ein Kegel und ein
Kegelstumpf. F?r ein St?ck Schokolade oder Marzipan ist dieser Unterschied allerdings meist bedeutungslos.

Mit dem Mantel des Heiligen Martin sieht die Sache schon etwas anders aus. Bei der gleichen Menge Stoff kann ich
ein v?llig unbrauchbares Teil bekommen. Und die Funktion geht beim Teilen auch verloren. Das Gl?ck ist nach Albert Schweitzer das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt; die meisten anderen Dinge sind dann einfach kaputt...

Eng verwandt mit dem Problem der H?lfte ist das des Komplements. So ist der Mensch eigentlich nur in zwei Geschlechtern wirklich Mensch, ER oder SIE vergi?t das nur leider allzu gern. Wie alt ist doch der Witz, es g?be nur zwei sch?ne Tage im Leben eines Mannes: den Hochzeitstag und den, wenn die Frau stirbt. Andererseits jammern die Ladies gern, wie leicht doch das Leben ohne die M?nner w?re, die zwei linke Pfoten haben, nur fressen und saufen und nichts weiterbringen! Dabei w?re es f?r beide Geschlechter sicher sehr hilfreich, nicht nur die Unterschiede zu betonen - wer sich dar?ber informieren will, der sollte die B?cher von Alan und Barbara Pease lesen - sondern endlich zu begreifen, da? die
St?rke des Mannes in der Frau liegt und umgekehrt.

Schon wieder zwei ungleiche H?lften und wie ungleich sie sind! Aber so ist das nun mal: Ein Ganzes hat zwei H?lften, und die geh?ren zusammen, sonst ist es kein Ganzes. Das nennen die Philosophen "Dialektik".
Falk am 30.10.05 17:30


Fehlertoleranz

Da versuche ich nun, die Homepages, an denen ich mitarbeite, mit CSS sch?n und vor allem richtig zu gestalten, und es passiert mir doch schon zum zweiten Mal, da? mir die Fraktion von Mozilla/Netscape in die Suppe zu spucken scheint. Aber sie ist vollkommen im Recht!

Es sind zwei andere Schlampen, die die Anzeige zu M?ll machen: zum einen ich - aber ich gelobe Besserung - und Microsoft mit seinem ber?hmten Internet Explorer.

Dort sieht immer alles ganz proper aus, auch wenn die bannigsten Fehler drin sind. Ich kann mich des Eindrucks nicht ganz erwehren, da soll mit "Fehlertoleranz" der Frust vom Kunden abgehalten werden, der vielleicht nicht mehr kauft, wenn es m?hselig wird. Irgendeinen Vorteil mu? es ja haben wenn man die meistverkaufte Software verwendet. Da erscheint es beinahe als Mangel, wenn ein Browser korrektes HTML und CSS einfordert.

W?hrend ich ja irgendwann mitkriege, da? technische und logische Reihenfolge der Eintr?ge auf einer Webseite mit etwas Grips durchaus in den Griff zu kriegen sind, ist die Fehlertoleranz des IE offenbar bodenlos bis hin zur Schlamperei. So hatte ich zun?chst vereinbart, da? der Text das Men? rechts umflie?en soll, was im CSS verwirrenderweise "float:left" hei?t. Logisch, denn das ist vom Standpunkt des umflie?enden Textes aus gesehen. Technisch mu? es aber genau umgekehrt sein; das Men? mu? den Text links umflie?en, was dann logischerweise "float:right" hei?en mu? - und schon steht auch bei Firefox, Netscape und Co. alles dort, wo es hingeh?rt.

Also, Mozilliner! Auch euer Browser ist sicher nicht fehlerfrei, aber es wird daran gearbeitet. Und da? er weit mehr als Microsofts IE korrektes HTML einfordert, sollte eher als Herausforderung denn als Mangel angesehen werden.

Falk am 18.10.05 09:53


Evolution

Sch?n m?ssen die Zeiten gewesen sein, da wir noch auf B?umen sa?en, N?sse und Bananen a?en, uns bei Kinderwunsch einfach begatteten und uns ansonsten den Tag mit Schreien, Klettern und Rangk?mpfen vertrieben. J?ger, die uns nachstellten, gab es keine, denn die sa?en noch mit uns auf dem Baum. Doch das sollte sich bald ?ndern; l??t doch sogar Karl Maria von Weber im Freisch?tz singen: "Was gleichet auf Erden dem J?gervergn?gen..." Auch die Sammelleidenschaft hat wohl zu dieser Zeit ihren Anfang genommen - erst N?sse und Bananen, heute Briefmarken und vielleicht B?stenhalter. Bei letzteren hei?t das dann meist Fetischismus.

Nach dem Jagen und Sammeln folgten Ackerbau und Viehzucht. Damit haben wir es zwar tierisch weit gebracht, so weit, da? manche Ackerbauern meinen, Tiere seien mittlerweile ?berfl?ssig geworden. Denn was einst friedlich auf den Wiesen graste und "m???h" machte, ist heute zu einer nervt?tenden und stinkenden Maschine geworden, deren Besitzer man manchmal am liebsten in alter neanderthalischer Manier mit dem Faustkeil eins ?ber den Sch?del .... doch halt! Dann kommen die J?ger und Sammler von der Polizei, bezeichnen uns als M?rder und stecken uns in einen Gitterk?fig f?r B?se und Gef?hrliche. Und da wollen wir schlie?lich nicht hin, oder? Also d?rfen die Blechschafe weiter "brummmm" statt "m???h" machen, unsere Nerven t?ten und stinken.

Auch die Tierwelt hat sich drastisch ver?ndert. Einige Arten sind noch ?brig, da? man sie bestaune, streichle, qu?le oder esse. Ansonsten sind lauter neue Tiere entstanden, meist aus Blech, manche aus Plast. Und alle d?rfen sich schnell bewegen und Krach machen wie fr?her die G?nse, H?hner, Schafe, Schweine und Pferde auf dem Bauernhof.

In einer Sternstunde der Menschheit ist dann ein neues Tier entstanden, das in seiner Urform noch ein Haustier war, heute aber mehr und mehr mobil wird. Es fri?t nicht nur Strom und Daten, sondern auch unsere Zeit und unsere Nerven. Sein Name ist auch nicht so primitiv wie etwa Hund, Katze, Pferd, Huhn, Schaf oder Biene; es hei?t schlicht COMPUTER! Irgendwann wird es uns zum Affen machen. Gelegentlich soll das ja heute schon der Fall sein.

Wer da aber meint, dann ginge alles wieder von vorne los, der irrt sich gewaltig! Denn dann werden die B?ume abges?gt, das Gras gem?ht und die Tiere verhungert, zu Tode gequ?lt oder geschlachtet sein, selbst die aus Blech.

Also Leute: Stellt euch schon mal langsam aufs Stromfressen um, denn solange es noch Kraftwerke gibt, besteht Hoffnung, Hoffnung aufs ?berleben, bis der Evolution wieder eine lebenswerte Welt in den Sinn kommt. Ob dann vielleicht was Sinnvolles rauskommt? Die Buddhisten jedenfalls glauben es.


Falk am 7.10.05 10:47


Tag of war

Keine Bange, ich wei?, da? es eigentlich "tug of war" hei?en mu?; aber diejenigen, die sich mit HTML befassen, k?nnen sich sicher vorstellen, was ich meine. Gegen?ber HTML ist Tauziehen relativ einfach, denn alle ziehen nur an einem Tau und nur in zwei entgegengesetzte Richtungen.

Bei HTML ist alles anders. Es brauchen nur zwei Menschen zu versuchen, gemeinsam eine Seite zu gestalten. Dann wird aus dem Tau schon ein T, an dessen Querbalken die beiden Menschen ziehen und zerren, und an der Senkrechten zieht die Maschine mit ihrer Software, wobei es egal ist, ob sie mit einem Browser, einem Codegenerator, einem Server oder einem Webspace-Anbieter "zieht". Im Unterschied zum Menschen sind Maschinen immer eins mit sich - gegen das teuflische Menschengeschlecht, das immer versagt! Schon ein gew?hnlicher Hammer wei? ein Lied vom Daumen zu singen, von diversen Kreiss?gen ganz zu schweigen. Hat doch sogar mal jemand in einem Anfall von Rechtschreibschw?che eine Krei?s?ge erfunden (ein sehr rabiates Mittel, Kindern per Kaiserschnitt auf die Welt zu helfen)!

Ja, Maschinen haben es leicht. Sie fressen die Weisheit nicht mit L?ffeln, sondern mit DVDs und Netzwerkkarten. Und doch sind es wir Menschen, die sie erfunden haben. Nun m?ssen wir mit ihnen leben - und manchmal auch k?mpfen. Obwohl das nicht immer Spa? macht, ist es eigentlich gar nicht so schlecht.

Also haben wir - meine Partnerin und ich - heute flei?ig gegen die Tags am Tau gezogen und gleich gegen zwei Computer!

Und am Ende haben wir gewonnen, auch wenn wir manchmal eher gegeneinander als miteinander gek?mpft haben. Das Ergebnis wird bald auf http://www.myblog.de/kommdochmit zu sehen sein.
Falk am 2.10.05 22:08


Mein Lebenspartner

Auf der Heimfahrt von der Arbeit liebe ich es, mich im Bus vorn rechts hinzusetzen und w?hrend der Fahrt durch die Frontscheibe zu schauen. Meist ist der Platz auch frei, aber manchmal sitzt dort schon jemand, oder steigt gerade vor mir ein und setzt sich dann auf meinen Lieblingsplatz. Im Grunde ist das kein Ungl?ck, aber trotzdem w?nsche ich ihm im Stillen den Teufel auf den Hals. Und nach ein paar b?sen Blicken von mir, die der Platzbesetzer niemals sehen kann, denn er stiert meist nach vorn und hat hinten keine Augen, habe ich mich dann wieder beruhigt. Naja, jeder hat so seine kleinen Marotten.

Steigt doch am Donnerstag so ein grauhaariger Alter mit einer gro?en gr?nen Plastikschaktel genau vor mir ein und setzt sich auf "meinen" Platz! Ich denke mir f?r ihn schnell noch ein Schimpfwort aus ("Drecksack" oder so was) da bin ich schon an ihm vorbei und eigentlich froh, da? ich einen anderen Platz genommen habe, denn es regnet, und da vorn w?re kein Platz f?r einen nassen Schirm gewesen.

Da f?ngt der Alte pl?tzlich an, den Fahrer zu belegen: "Mein Lebenspartner. Damit hat man viel weniger Probleme als mit einer Frau, das k?nnen Sie mir glauben! Habe ich schon paar Jahre."

Nanu denke ich, ist der bekennender Homosexueller? Und wenn schon - das w?re ja kein Ungl?ck - geht man dann damit einfach hausieren? Aber dann sagt er noch, er h?tte ja eine Frau, er war grade bei einer Frau zu Besuch, und die h?tten sich rumgejagt. Na gut, denke ich, der ist etwas komisch, gut, da? sich unsere Wege bald trennen.

Da steigt noch ein ?lterer Herr ein, der setzt sich auf die andere Seite des Ganges, direkt hinter den Fahrer. Sofort beginnt der Kerl mit der gr?nen Schachtel wieder: "Mein Lebenspartner..." Ist etwa der Busfahrer sein Lebensparter, den er jetzt einem Fahrgast vorstellt, den er auch kennt? Ich werde daraus die ganze Busfahrt lang nicht schlau.

Als ich aussteige, steigt der Kerl auch aus. Ist mir wurscht, wo der hingeht, denke ich mir, und mache mich schnurstracks auf zur Stra?enbahn. Wie sie kommt, sehe ich, da? der Kerl mit seiner gr?nen Schachtel ganz vorne einsteigt. Kaum im Wagen, f?ngt er schon wieder an: "Mein Lebenspartner..."

Aber diesmal komme ich drauf, denn es gelingt dem Kerl endlich, einen anderen ?lteren Mann in ein Gespr?ch zu verwickeln: Der "Lebenspartner" ist ein kastrierter Kater, der tr?ge in seiner gr?nen Schachtel liegt und schl?ft.
Falk am 1.10.05 22:46


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